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Liebigs Lehrer Karl W. G. Kastner (1783-1857)

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 (2001) (2001)

Martin Kirschke
Liebigs Lehrer Karl W. G. Kastner (1783-1857)
Eine Professorenkarriere in Zeiten naturwissenschaftlichen Umbruchs
450 Seiten, Gb., 38,50 Euro
ISBN 978-3-928186-56-8
Diese Arbeit stellt erstmals Leben und Werk des Pharmazeuten und Hochschullehrers Karl Wilhelm Gottlob Kastner dar.

 

Einleitung

S[Es ist warlich traurig wie sehr in der neueren Zeit der Ruhm der Deutschen in der Physick, Chemie und den andern Naturwissenschaften geschwunden ist [...]. Der jezige deutsche Chemiker der genug zu thun hat, wenn er nur seine unerschöpfliche Wissenschaft umfassen will, maßt sich den Philosophen zu spielen an und darüber geht sein Wirken verloren; recht vortrefflich ist es, wenn er seine Wissenschaft philosophisch ergreift und erfaßt, und dadurch in die todte Masse Geist und Leben bringt, allein er darf seine Grenze als Chemiker nicht überschreiten, er darf selbst kein Philosoph seyn, da bey ihm das philosophiren lachen erregt. Es existiren kaum die nöthigen Geseze, um den ungeheuern Bau dieser Wissenschaft einwenig zusammenzuleimen, allein demongeachtet wird darauf los systematisirt, und Hypothesenkrämerey getrieben daß einem der Kopf schwindelt!]

Der in diesem Zitat vom jungen Justus Liebig explizit angegriffene Professor für Physik und Chemie Karl Wilhelm Gottlob Kastner ist Gegenstand der folgenden Untersuchung. Doch aus welchem Grund sollte gerade solch ein Mann interessant sein, der von einer späteren Kapazität wie Liebig gescholten wurde? Sind außerdem Biographien von Einzelpersönlichkeiten – im Gegensatz zur Normalbiographie, der "Antihelden-Biographie" oder Kollektiv-Biographie – in der Wissenschaftsgeschichte überhaupt noch zeitgemäß oder nicht längst durch den Einzug der Strukturgeschichte in die Geschichtswissenschaft obsolet geworden? Die Beantwortung dieser beiden Fragen soll den Anfang der Einleitung darstellen, der sich Bemerkungen zur Zielsetzung der Arbeit, zum Vorgehen und Aufbau sowie zum Forschungsstand und der Quellenlage anschließen.

Zunächst zur Frage nach dem nicht selbstverständlichen Interesse an der nicht unumstrittenen Person Kastners. Diese Frage wird sich im Laufe dieser Arbeit immer mehr von selbst beantworten. Zu seiner Person sei hier lediglich bereits erwähnt, daß er den Karrieresprung vom Apotheker zum Professor für Physik und Chemie schaffte und sehr bald zu den angesehensten Chemikern Deutschlands gehörte. Er verfaßte eine große Anzahl an Lehrbüchern und Aufsätzen, gab naturwissenschaftliche Zeitschriften heraus und war besonders als Hochschullehrer beliebt und erfolgreich. Als sein bekanntester Schüler gilt heute Justus Liebig, der als einer der bedeutendsten deutschen Chemiker überhaupt angesehen wird und aufgrund seiner Arbeiten zur organischen und Agrikulturchemie Weltruhm erlangt hat.

In der vorliegenden Untersuchung wird eine große Diskrepanz sichtbar werden zwischen dem hohen Ansehen Kastners bei vielen seiner Zeitgenossen und der Ablehnung bzw. dem Desinteresse, das ihm die Nachwelt entgegenbrachte. Das abwertende Urteil von Liebig – der erst zwanzigjährig die oben zitierten Zeilen geschrieben und sich noch am Anfang seiner Karriereleiter befunden hat – hatte in diesem Zusammenhang ganz spezielle Gründe und spielte für die spätere Beurteilung eine wichtige Rolle. Damit in direktem Bezug steht außerdem die Bewertung der Romantischen Naturphilosophie insgesamt, der Kastner sehr nahestand. Darauf soll besonders ausführlich eingegangen werden. Deutlich erkennbar soll werden, wie sich die Erfolgskriterien im Laufe des 19. Jahrhunderts gewandelt haben. Die Anerkennung, die Kastner – in Form von Ehrungen, Auszeichnungen, Berufungen, lobenden Aussagen etc. – entgegengebracht wurde, soll dabei als Maßstab zu seiner Beurteilung herangezogen werden. Zu Kastners Zeit – zumindest in den ersten Jahrzehnten seiner Lehrtätigkeit – wurde noch ein ganz anderer Wissenschaftlertypus gefordert und benötigt als seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dieser "Wandel vom enzyklopädisch gebildeten Gelehrten zum spezialisierten Wissenschaftler und Forscher" , der das Profil des Naturforschers und Hochschullehrers ganz wesentlich veränderte, soll der vorliegenden Untersuchung als roter Faden dienen. Direkt verbunden mit diesem Wandel war eine verstärkte Fächerdifferenzierung und Disziplinenbildung sowie der Aufstieg der – uns hier interessierenden – Philosophischen Fakultät, die ihre traditionelle Rolle als "Magd der höheren Fakultäten" ablegen konnte . Der Leser sollte deshalb stets berücksichtigen, welche Anforderungen an eine Naturwissenschaft betreibende Person in einer bestimmten Zeit gestellt wurden und welche Möglichkeiten ihr zur Verfügung standen.

Und damit zur zweiten eingangs gestellten Frage nach der Biographie als zeitgemäßem Werkzeug des Historikers bzw. Wissenschaftshistorikers. Heute erfreut sich das Genre einer großen Beliebtheit, was die große Zahl an Veröffentlichungen und Neuerscheinungen belegt. Doch das war nicht immer so . Nach einer Phase der hohen Wertschätzung vom 19. bis weit in unser Jahrhundert – erinnert sei an die unkritischen und aus heutiger Sicht problematischen Biographien des Historismus, die die Leistungen einzelner Persönlichkeiten unverhältnismäßig glorifizieren und sie ihres sozialen Kontextes berauben – hat die Biographie in Deutschland nach 1945 und besonders ab den 70er Jahren stark an Bedeutung verloren. In der deutschen Geschichtswissenschaft stieß das Genre mehr und mehr auf Ablehnung, die bis heute nicht ganz überwunden ist. Und das obgleich das reine Aufzählen von Daten, Leistungen und kleinen Anekdoten heute längst obsolet ist. Vielmehr wird beispielsweise in einer wissenschaftshistorischen Biographie nach den Ursprüngen für wissenschaftliche Ideen und damit ihren sozialen, politischen, ökonomischen, philosophischen und religiösen Wurzeln gesucht. Ein Anspruch freilich, der nicht leicht zu erfüllen ist, zumal nicht immer von eindeutigen Beziehungen und Wechselwirkungen ausgegangen werden kann. Außerdem gilt der Vorwurf, die Biographie sei ein konservatives und altmodisches Genre, dem es an theoretischem Unterbau mangele, als widerlegt . So entstanden in den letzten Jahren eine Reihe hervorragender Biographien, die den neuen Anforderungen der Strukturgeschichte entsprechen können. Daß Biographien nur bedingt geeignet sind, um die Strukturen und das Funktionieren des Wissenschaftsbetriebs zu untersuchen, sei hier aber angemerkt . Dabei steht außer Frage, daß sich weder das Verhalten des Einzelnen ausschließlich durch sein strukturelles Umfeld erklären läßt noch ein prinzipieller Einfluß von diesem auf jenes geleugnet werden kann.

Die Biographie kann daher insgesamt als ein nützliches, wenn auch nicht unproblematisches Genre bezeichnet werden. Nützlich, da sie den Blick den Lesers auf bestimmte Aspekte zu lenken vermag, die wiederum in Beziehung gestellt werden können zu den unterschiedlichsten Bedingungen des Umfeldes. Sie erlaubt so eine Perspektive vom ganz Persönlichen zum Allgemeinen. Gleichzeitig erinnert sie daran, daß Geschichte – wie auch die Naturwissenschaft – von Menschen "gemacht" wird, und schützt uns so vor überschnellen Verallgemeinerungen sowie davor, die einzelne Person aus dem Blick zu verlieren . Und problematisch, da ihr das prinzipielle Problem der Gewichtung von persönlichen und strukturellen Faktoren innewohnt, die Gefahr besteht, durch das chronologische Erzählen eine Sinnhaftigkeit zu vermitteln, sowie ihr Ruf aufgrund der unkritischen Biographien der Vergangenheit – und der Gegenwart – heute noch nicht der beste ist.

Für die Wissenschaftsgeschichte stellt die Biographie durchaus einen bedeutenden Aufgabenschwerpunkt dar . Ihre Vor- und Nachteile sowie die Anforderungen an sie hat besonders Hankins abwägend dargelegt und sich ausdrücklich für dieses Genre ausgesprochen . Im Fach Wissenschaftsgeschichte haben Biographien von Naturwissenschaftlern bereits eine lange Tradition. Dabei hat eine entscheidende Veränderung von der Betrachtung des isolierten genialen Wissenschaftlers hin zu einem in mannigfaltigen sozialen, politischen und ökonomischen Abhängigkeiten stehenden Menschen stattgefunden, dessen Leistungen nur im Kontext beurteilt werden können.

Die Person Kastners erscheint in diesem Zusammenhang besonders interessant, da sein naturwissenschaftliches Spektrum sowie seine Interessen in den verschiedensten Gebieten äußerst breit gefächert sind. Als eine sehr vielschichtige Persönlichkeit, die in Jahren des wissenschaftlichen, politischen und geistigen Wandels agierte, kann er als geeignet gelten, Phänomene seiner Zeit zu erklären. Kastners Eignung für das Unterfangen einer Biographie läßt sich darüber hinaus damit festmachen, daß bei ihm die Gefahr einer Heldenbiographie nicht besteht, sondern eine Beschreibung seines Lebens eher der Normalbiographie entspricht, da er nichts geleistet oder erfunden hat, was heute noch von großem Interesse wäre.

Ziel und Aufgabe dieser Arbeit lassen sich in drei große Bereiche einteilen. Erstens sollen möglichst viele Informationen und Fakten zu Kastner als Person, seinem Umfeld, seinem Lebenslauf, seiner wissenschaftlichen Arbeit und seinem Werk vorgestellt werden. Das erscheint um so notwendiger, als es m. E. gilt, eine große Informationslücke zu schließen, da Kastner nicht selten erwähnt wird, aber nur wenig über ihn bekannt ist. Damit verbunden ist der Wunsch, das vorhandene Quellenmaterial sowie verschiedene Briefwechsel durch Hinweise auf ihr Vorhandensein zugänglicher zu machen . Wenn auch einige Informationen eventuell überflüssig erscheinen mögen, haben sie dennoch ihren Platz in dieser Arbeit gefunden, um genaue Einblicke in das Leben und Wirken eines Professors im 19. Jahrhundert zu erlauben und als Basis für andere wissenschaftliche Arbeiten zu dienen.

Die Untersuchung soll zweitens einen Blick auf Kastner als Menschen – d. h. auf seine Motivationen und persönlichen Eigenarten, die als Kriterium für einen Vergleich mit Zeitgenossen dienen können – erlauben, wobei der Mensch und der Wissenschaftler möglichst als eine Einheit beschrieben werden soll.

Entscheidend ist schließlich drittens, einen wissenschaftshistorischen Beitrag besonders für das Fach Chemie zu leisten. Dazu wird der Versuch unternommen, durch eine bestimmte Person Einblicke in die Zeit zu erhalten und über den einzelnen Menschen zu allgemeinen Aussagen zu gelangen . Prozessuale Veränderungen in der Chemie und anderen Naturwissenschaften während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sollen am Beispiel Kastners aufgezeigt werden. An seinen Bemühungen und Schwierigkeiten sollen die besonderen Merkmale seiner Zeit sowie der Situation in den Naturwissenschaften – in diesem Fall besonders der Chemie und Physik – verdeutlicht und die Wechselwirkungen zwischen dem Bereich des Privaten und des Beruflichen berücksichtigt werden. Damit wird der Ansatz verfolgt, dem hohen Anspruch einer angemessenen Biographie zu genügen, die Person, die wissenschaftliche Arbeit sowie den intellektuellen und sozialen Hintergrund zu integrieren . Eine Biographie als eine Würdigung einer herausragenden Person und ihrer Leistungen zu schreiben, wie es auch heute noch häufig vorkommt, liegt mir somit fern.

Um diesen hochgesteckten Zielen möglichst nahe zu kommen, werden die beiden Elemente Leben und literarisches Werk Kastners nicht getrennt behandelt, sondern miteinander verwoben. Dies geschieht vor dem Hintergrund, "die für die Wissenschaft charakteristischen Wechselwirkungen kognitiver und sozialer Prozesse zu erforschen" . Das entsprechende Werk d. h. meist ein Lehrbuch – findet sich daher größtenteils bei der Bearbeitung des Lebensabschnitts, in dem es Kastner verfaßt oder herausgegeben hat. Nur wenn bestimmte Kriterien für eine andere Einordnung sprechen, wird das abweichend gehandhabt.

Durch die ausführliche Behandlung der Veröffentlichungen Kastners sollen die naturwissenschaftlichen Besonderheiten der Zeit sowie seine persönlichen Interessen erarbeitet werden. Dabei können die Auszüge und Zitate eines Werkes nicht als repräsentativ für dieses gelten, sondern vielmehr exemplarisch Kastners Vorstellungen aufzeigen. Die Besprechungen sollen aber trotzdem einen Gesamteindruck der betreffenden Schriften vermitteln. Einen raschen Überblick erlauben außerdem die Kurzcharakteristiken im Anhang.

Insgesamt befinden sich in der vorliegenden Arbeit recht viele Zitate . Sie sollen einen Einblick in die Ausdrucksweise und damit das Denken der Zeit ermöglichen und so den Versuch einer Annäherung an eine fremde Epoche darstellen. Zu den Zitaten von Kastner ist darüber hinaus anzumerken, daß ihm schon Zeitgenossen einen eigentümlichen Stil nachgesagt haben . Es besteht also die Möglichkeit, Unterschiede zum Ausdruck anderer Naturforscher nachzuweisen.

Aufgebaut ist die Untersuchung nach den Lebens- und Wirkorten Kastners in chronologischer Reihenfolge, die nur in Ausnahmefällen für besondere Aspekte Vorgriffe vorsieht. Diese Einteilung ist durchaus nicht selbstverständlich, wie viele andere Biographien zeigen, die z. B. nach Arbeitsschwerpunkten, Beziehungen, besonderen Aktivitäten oder anderen Gesichtspunkten gegliedert sind. Eine chronologische Biographie, die das Werk der zu betrachtenden Person direkt in die Lebensbeschreibung integriert, stellt daher eher die Ausnahme dar. Die Vorteile einer solchen Darstellung sind jedoch nicht von der Hand zu weisen, schließlich erlaubt sie, Wechselwirkungen zwischen Person, Umfeld und Werk deutlicher werden zu lassen. Entwicklungen und Veränderungen sowie Kriterien für einen Wandel oder bestimmte Entscheidungen können besser gezeigt und im Gesamtzusammenhang klarer gemacht werden. Daneben soll das recht ausführliche Inhaltsverzeichnis die Möglichkeit bieten, bei Bedarf einzelne interessierende Kapitel herauszusuchen, und somit die Betrachtung eines Teilaspektes der Arbeit – auch mit Blick auf eventuelle Veränderungen – erlauben. Der Ausdruck "Exkurs" im Inhaltsverzeichnis bei der Besprechung der von Kastner veröffentlichten Lehrbücher sowie der von ihm ins Leben gerufenen Zeitschriften wurde dabei nur gewählt, um das Auffinden einzelner Werke zu erleichtern, soll also nicht den Eindruck eines Abschweifens vom eigentlichen Thema erwecken. Erwähnt sei an dieser Stelle noch, daß in einem Zusammenhang wiedergegebene Zitate einer bestimmten Quelle nur bei der ersten Erwähnung mit dem Nachweis dieser Quelle versehen werden.

Besonders der Forschungsstand sowie die Quellenlage zu Kastner ließen eine Bearbeitung seines Lebens und Werkes notwendig und möglich erscheinen. Zwar ist man in der Lage, auf strukturgeschichtliche Abhandlungen zurückzugreifen, die sich thematisch z. T. mit dieser Untersuchung überschneiden – wie beispielsweise die Arbeit von Gustin –, doch bietet eine Biographie eine Reihe von Vorteilen, auf die bereits hingewiesen wurde. Und während bereits Biographien von Naturwissenschaftlern vorliegen, die in etwa zu Kastners Zeit gelebt haben und mit ihm in einigen Punkten vergleichbar sind – erinnert sei hier z. B. an die Arbeiten zu Franz Joseph Schelver, Philipp Lorenz Geiger, Simon Rudolph Brandes oder Albrecht Carl Gren –, ist eine entsprechende Arbeit zu Kastner bislang ein Desiderat, obgleich seine Person m. E. von mindestens gleicher Bedeutung ist. Abgesehen von kurzen Beiträgen in der ADB, NDB sowie einigen anderen Nachschlagewerken ist der interessierte Historiker fast nicht in der Lage, sich in der vorhandenen Literatur mit angemessenen Informationen zu versorgen . Außerdem enthalten diese Sekundärquellen oft eine nicht geringe Menge an Fehlern. Dies erscheint mit Blick auf die Quellenlage umso erstaunlicher, als sich in einer ganzen Reihe von Archiven eine große Menge an Schriftstücken zu und von Kastner nachweisen und bearbeiten ließen. Hier waren für mich die Universitätsarchive der Hochschulen, an denen Kastner unterrichtet hat, sowie für die Zeit Kastners in Preußen das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin von entscheidender Bedeutung. Daß diese Quellen z. T. inhaltlich sehr unausgewogen waren, ist nicht besonders erstaunlich und sei hier nur am Rande erwähnt. Zwar ist – meines Wissens – kein Nachlaß der Familie Kastner erhalten geblieben, doch liegen in einer Vielzahl von Instituten, Bibliotheken und Archiven Schreiben von Kastners Hand vor. Für diese Schriftstücke spielten besonders die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz sowie die Bayerische Staatsbibliothek München eine wichtige Rolle. Eine weitere bedeutende Quelle stellt – mit allen Vor- und Nachteilen – Kastners Autobiographie dar . Die somit vorliegende Materialfülle birgt schließlich eine Menge an Chancen und Risiken. Die Risiken sind schnell genannt und leicht nachvollziehbar: durch die vielen vorliegenden Fakten ist stets die Möglichkeit gegeben, diese nicht ausreichend und adäquat zu interpretieren. So besteht die Gefahr, wie z. T. Kastner selbst eklektizistisch vorzugehen und einzelne Informationen zu seiner Person lediglich aneinandergereiht wiederzugeben. Die Chancen hingegen dürften diese Gefahr mehr als wettmachen: nämlich ein möglichst viele Aspekte umfassendes und weitgefächertes Bild einer Person der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu zeichnen sowie die mannigfaltigen Einflußmöglichkeiten auf das Leben eines Naturforschers und Hochschullehrers dieser Zeit deutlich werden zu lassen.

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