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Die Welteislehre

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 (2000) (2000)

Brigitte Nagel
Die Welteislehre
Ihre Geschichte und ihre Rolle im »Dritten Reich«
188 Seiten, zahlr. Abb., Pb., 29,50 Euro
ISBN 978-3-928186-55-1
Etliche Repräsentanten des »Dritten Reiches« zählten zu den Anhängern der skurrilen Lehre, die mit dieser Untersuchung erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet wurde.

 

Einleitung

Die Welteislehre Hanas Hörbigers erhebt den Anspruch, eine Weltentstehungslehre zu sein. Hörbiger nennt sie Glazial-Kosmogonie und Kosmotechnik. Die Welteislehre ist jedoch eine Pseudowissenschaft.

Der Schwerpunkt dieser Untersuchung soll nicht darin liegen, den Inhalt der Welteislehre in allen Einzelheiten darzustellen. Es soll hier aber so viel davon mitgeteilt werden, daß eine Vorstellung entsteht, worum es sich hierbei handelt.

Die Arbeit wird sich mit dem Begründer der Welteislehre, Hanns Hörbiger, befassen, seiner Intuition, die zur Glazial-Kosmogonie gefährt hat, und mit seinen vergeblichen Bemühungen und denen seiner Anhänger, der Lehre wissenschaftliche Anerkennung zu verschaffen.

Vornehmlich soll die Resonanz dargestellt werden, die die Welteislehre vor allem in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts in breiten Bevölkerungsschichten fand. Es soll der Frage nachgegangen werden, wieso diese breite Anerkennung möglich war.

Ein Kapitel wird sich anhand zeitgeschichtlicher Dokumente mit den Bemühungen befassen, die Welteislehre im sogenannten Dritten Reich zu einer geistig-weltanschaulichen Grundlage des nationalsozialistischen Staates zu machen. Vor allem Heinrich Himmler setzte sich unter Einschaltung des Vereins »Das Ahnenerbe e. V.« dafür ein. Auch Adolf Hitler soll ein Anhänger dieser Pseudowissenschaft gewesen sein. In der Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwieweit dies belegbar ist.

Die Welteislehre wirkte zu ihrer Zeit auf die Fachwelt belustigend. Auch der Leser dieser Arbeit mag möglicherweise ähnlich empfinden, insbesondere wegen des Aufwands, der zu ihrer Verbreitung betrieben worden ist Auffallend ist aber das Interesse weiter Bevölkerungskreise, sogenannter gebildeter Laien, über naturwissenschaftliche Zusammenhänge informiert zu werden, die zur Bereitschaft führte, eine Lehre zu akzeptieren, die dieses Bedürfnis beftiedigte, selbst wenn sie – wie die Welteislehre – auf tönernen Füßen stand und mit keiner wissenschaftlichen Methode zu belegen war.

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