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»Der Transistor« als technisches und kulturelles Phänomen

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 (1998) (1998)

Andreas Fickers
»Der Transistor« als technisches und kulturelles Phänomen
Die Transistorisierung der Radio- und Fernsehempfänger in der deutschen Rundfunkindustrie von 1955 bis 1965
(Aachener Beiträge zur Wissenschafts- und Technikgeschichte des 20. Jahrhunderts, Band 1)
150 Seiten, Abb., Pb., 18,00 Euro
ISBN 978-3-928186-30-8
Eine Untersuchung über das Transistorradio in Deutschland im wirtschaftlichen, technischen und kulturellen Kontext.

 

Vorwort

Wer hat ihn nicht besessen, »den Transistor«? Wenn er einem heute auch vorkommt wie ein frühes Relikt aus den Anfängen der Mediengesellschaft, so wird in diesem Buch aufgezeigt, welch wegweisende Bedeutung dem transistorisierten Rundfunkempfänger als Botschafter einer neuen technischen und kulturellen Entwicklung zukommt.

Als der Transistor vor fünfzig Jahren in den berühmten Bell-Laboratories des amerikanischen Elektronikkonzerns AT & T erfunden wurde, ahnte wohl kaum einer, welche revolutionären Umwälzungen dieses neue Halbleiterhauelement in der Elektronik mit sich bringen würde. Anhand einer detaillierten Nachzeichnung der Geschichte des Eindringens des Transistors in die Rundfunkempfänger deutscher Herstellung kann der Autor zeigen, welche Begleiterscheinungen – sowohl technischer als auch kultureller Art – dieser Prozeß der Transistorisierung hatte.

Die Idee zu dieser Arbeit entstand im Rahmen eines Praktikums im Deutschen Museum München. In der Projektgruppe »Deutschen Museum Bonn«, die mit dem Aufbau des ersten zeitgenössischen Museums für Wissenschaft und Technik in Deutschland beauftragt war, bot sich die einmalige Gelegenheit, eines der über hundert im Bonner Museum ausgestellten Exponate in aller Breite technikhistorisch zu recherchieren und darzustellen. Ausgehend von der Germanium-Mesa-Transistoren AF 106 und AF 139 der Firma Siemens entstand so eine spannende Geschichte, die weit über den technischen Artefakt Transistor hinausgeht. Das vorliegende Buch spiegelt somit exemplarisch wieder, worum es auch dem Deutschen Museum Bonn im Kern geht: Technik und Wissenschaft als elementare Zeugnisse unserer Kultur zu zeigen.

Diese Arbeit ist der überzeugende Beweis dafür, daß akademische Ausbildung und praktische Berufserfahrung nicht zwei strikt voneinander getrennte Dinge sein müssen. Die Museumsarbeit hat den Kontakt zu den in Deutschland unmittelbar an der Transistorentwicklung und der an der Einführung des Transistors in die Konsumelektronik beteiligten Personen ermöglicht und der Arbeit so durch die im Anhang publizierten Interviews zu einem zusätzlichen Reiz verholfen.

Es bleibt zu hoffen, daß diese Art der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Universität und Museumswelt Schule macht – im Deutschen Museum Bonn warten noch zahlreiche wissenschafts- und technikhistorisch interessante Geschichten auf ihren Erzähler.

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