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Walter Schottky – Atomtheoretiker und Elektrotechniker

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 (2008) (2008)

Reinhard W. Serchinger
Walter Schottky – Atomtheoretiker und Elektrotechniker
Sein Leben und Werk bis ins Jahr 1941
685 Seiten, 23 Abb., Gb., 50,00 EUR
ISBN 978-3-928186-88-9

Walter Hans Schottky (geb. 23. Juli 1886 in Zürich; gest. 4. März 1976 in Forchheim/Oberfranken) war, obwohl Theoretiker, der bedeutendste deutsche Industriephysiker des 20. Jahrhunderts. Seine Beiträge umfassen sowohl technische als auch wissenschaftliche Errungenschaften: die Erfindung der »Schutznetz«-Elektronenröhre (Tetrode) und des Super­heterodyn-Prinzips für den Funk-Empfang, die Entdeckung des »Schroteffekts« (Rauschen aufgrund der Quantenstruktur der Elektrizität) in Elektronenröhren, die Theorie der Kristallfehlordnungen und die Theorie der Gleichrichtung in Halbleiter/Metall-Kontakten. Auch seine späteren Arbeiten basierten völlig auf der klassischen Physik – Ergebnisse der neuen Quanten­mechanik fanden allenfalls als Randbedingungen Eingang. Schottky war damit der letzte klassische Physiker im Sinne der Schaffung eigener grundlegend neuer Beiträge.

In dieser ersten wissenschaftlichen Biographie Walter Schottkys wird zum einen die Entstehung seiner wissenschaftlichen und technischen Arbeiten mit einem biographischen Ansatz nachvollzogen und in den physikhistorischen Zusammenhang seiner Zeit gestellt. Zum anderen wird seine besondere Rolle in der Forschungsstrategie der Firma Siemens deutlich, die im Rahmen dieses Forschungsprojekts zum ersten Mal identifiziert werden konnte. Auch psychologische Aspekte wurden als wesentlich in die Untersuchung einbezogen, da anderenfalls die Einbindung der schwierigen, mehr einem Elfenbeinturm- denn einem Industrieforscher entsprechenden Persönlichkeit Schottkys in den Siemens-Konzern nicht verständlich würde. Das Beispiel Walter Schottkys zeigt die Bedeutung des forschenden Individuums, das bis heute zweifellos ein wichtiges Element firmeninterner Innovationsprozesse sein kann, nicht nur im Gegensatz, sondern auch im Übergang zur wissenschaftlichen Teamarbeit.

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